Anwalt der Spielefeinde bekommt Berufsverbot
Jack Thompson wird es nun schwer fallen juristischen Einfluss auf die Veröffentlichung von Gewaltspielen zu nehmen. Das oberste Gericht Floridas hat ihm seine Anwaltslizenz entzogen.

Er ist bekannt als der “Vertreter der Spielefeinde” und ein Anwalt der sich durch seinen Einsatz gegen Gewalt und Freizügigkeit in Computerspielen einen Namen gemacht hat: Jack Thompson. Spiele wie Manhunt, und die Grand Theft Auto Serie sind ihm ein Dorn im Auge, doch jetzt hat ihm das oberste Gericht Floridas seine Lizenz entzogen!
Es ist ein Triumph für die Entwickler und leidenschaftlichen Spieler von Computerspielen mit expliziten Inhalten. Der US-amerikanische Anwalt John Bruce “Jack” Thompson kann sich bald nach einem neuen Job umsehen. Nachdem er die Justiz mehrfach mit haltlosen Klagen und Beschwerden belastet, einen Klienten eines anderen Anwalts belästigt und sogar einen Richter beleidigt hatte hat das oberste Gericht des US-Bundesstaates Florida entschieden ein Berufsverbot zu verhängen und ihm seine Anwaltslizenz zu entziehen. Frühestens in 10 Jahren soll er sich um eine neue Lizenz bemühen dürfen doch das zuständige Gericht zieht sogar in Betracht ein lebenslanges Berufsverbot zu verhängen.
Jack Thompson wurde bereits in der hitzigen Debatte um den in Deutschland verbotenen Videospieltitel Manhunt aktiv und startete mehrere drastische Aktionen gegen Spieleentwickler und deren Konzerne. Er erregte besonders viel Aufmerksamkeit durch seine Anfeindung gegenüber Take2. So mischte er eifrig in der Diskussion um den Skandal des Hot-Coffee Mods mit welcher eine versteckte Sexszene in Grand Theft Auto San Andreas freischaltet und verlangte die Herausgabe der Vorabversion des Videospiels Canis Canem Edit um dieses auf Gewaltverherrlichung prüfen zu können.
Take2 wollte sich auf charmante Weise an dem Anwalt rächen und ihn Teil der ersten Mission von GTA IV machen. In dieser Mission sollte der Spieler einen Anwalt töten der gegen Killerspiele vorgeht und ein Zitat von Jack Thompson benutzt: “Guns don’t kill people, videogames do”. Thompson war der Überzeugung das Spieler diese Tat später in die Realität umsetzen könnten und fürchtete um sein Leben. Er reichte eine Klage ein und hatte offenbar Erfolg: Im Release von Grand Theft Auto IV ist diese Mission nicht zu finden. Jedoch im späteren Spielverlauf eine sehr Ähnliche bei der man ebenfalls einen Anwalt ausschalten muss.
Nachdem Jack Thompson in der Vergangenheit immer wieder unhaltbare Argumente brachte und sogar den Micrsoft Flight Simulator als “Trainingsprogramm für Terroristen” bezeichnete kam das Gericht zu dem Schluss das Thompson vor allem auf sich selbst aufmerksam machen will und damit die Arbeit der Justiz behindert. Mr. Thompson steht nun ohne Lizenz da und wird zumindest auf juristischer Ebene wenig Einfluss auf die Veröffentlichung diverser Spieletitel nehmen können. Er hat außerdem die Kosten des gesamten Verfahrens in Höhe von 43.675,00 Dollar zu tragen.
Tags: Anwalt, Berufsverbot, GTA IV, GTA San Andreas, Hot-Coffee-Mod, Jack Thompson, Killerspiele
















01. Oktober 2008 um 14:45
Boah, ist ja richtig mies “diesen” Anwalt in eine Mission mit reinzunehmen ^^